Hinweis: Zu diesem Thema habe wir einen Podcast: Gibt’s hier zu hören!

Im ersten Beitrag zur Serie über unsere Füße habe ich kurz angerissen, warum wir vielleicht ofters mal einen Gedanken an unsere Füße denken sollten. Jetzt sehen wir uns die Füße einmal ganz nüchtern und anatomisch an, um dann zu überlegen, was wir daraus ableiten können – und was eben nicht.

Die Füße ganz nah

Der Fuß, so wie wir ihn in seiner aktuellsten Version kennen, lässt sich anatomisch in drei Teile zerlegen: (die anatomische und klinische Einteilung unterscheiden sich leicht, das ist hier für unsere Zwecke aber erstmal egal.)

  • Der Vorfuß (rot) ist der Teil des Fußes, in dem sich die Zehenknochen befinden.
  • Der Mittelfuß (grün) ist der Teil direkt dahinter, bestehend aus den fünf nebeneinander liegenden Röhrenknochen.
  • Der Rückfuß (blau) ist der noch verbleibende Teil der gesamten Fußwurzel.

Bildquelle: DocCheck Flexikon

Waren unsere Füße früher Hände?

Die Ähnlichkeit zur Hand ist kaum zu übersehen und bei den meisten Affenarten noch viel deutlicher ausgeprägt. Der wohl wichtigste und markanteste Unterschied liegt im anliegenden und nach vorne gerichteten Großzeh. Je nach Spezies, sind die Knochen des Großzehs bei einigen Primatenarten nicht nur seitlich, sondern sogar gekrümmt um sich damit besser an einem Baum festklammern zu können. Je größer der Anteil, den ein Lebewesen nicht am Baum verbringt, desto eher ist der Zeh angelegt.

Die mittleren drei Zehen sind muskulär verbunden und nur kaum bis gar nicht individuell zu bewegen – der kleine Zeh hat primär eine Funktion: er ist dazu da, damit man sich mit ihm an Möbeln stoßen kann. Spaß beiseite – oft wird dem Zeh jedoch zugesprochen, keine Funktion mehr zu haben. Er wird muskulär individuell kontrolliert und dient dabei primär noch dem symmetrischen Ausgleich und um leichter die Balance zu halten.

Der Dicke Onkel

Wir können mit unseren Zehen motorisch nur sehr begrenzt dem Aufgabenspektrum unserer Hände gerecht werden. Dieser Unterschied ist für uns aber, so sagt es Darwin, einer der wichtigsten Begründungen um den Erfolg unserer Spezies zu erklären. Dadurch, dass sich unsere Füße voll und ganz der Aufgabe der Vorwärtsbewegung widmen, können unsere Hände auf die Feinmotorik konzentrieren.

Wie oben erwähnt, ist der Großzeh beim Menschen nach vorne gerichtet und dient damit eindeutig der Vorwärtsbewegung. Anders als also gelegentlich angedeutet, ist der Großzeh kein Daumen, sondern eher eine Druckfeder. Wo der Daumen sich von der Handwurzel zur Seite abwendet, ist der Großzeh vollständig seiner Aufgabe der Vorwärtsbewegung angepasst. Die Muskeln des Großzehs sind, im Vergleich zu denen der anderen Zehen, kräftig und setzen an den Knochen des Unterschenkels an. Beim Abrollen gibt uns der Zeh noch den letzten ‚Kick‘ nach vorne. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn der Zeh diese Bewegung beim Gehen oder Laufen auch ausführen kann.

Augenklappen für die Füße

Unsere Füße sind sehr anpassungsfähig. Nicht nur die ca. 200.000 Nervenenden unter der Sohle zeigt, dass wir unsere Füße nicht einfach in Schuhe stecken sollten. Zum Vergleich: Am Prozess des Sehens, vom Lichteinfall im Auge bis hin zum Verarbeiten im Gehirn, sind ebenso viele Nerven beteiligt. Laufen wir also mit Schuhen quasi wie mit Augenklappen auf den Augen herum? Gut möglich. Die Fußsohlen sind sehr sensible und reagieren auf kleine Veränderungen schnell. Jede/r die/der mal mit einem Hornhauthobel an den Füßen zugange war, kennt das. Die Hornhaut ist jedoch ein sinnvoller Schutz. Sie besteht aus abgestorbenen Hautzellen, die mit Keratin quasi ‚verklebt‘ wird und damit tatsächlich der Struktur von Hufen ähnelt.

Fazit

Sehen wir uns also die Liste an, zu was die Füße in der Lage sind, so sehen wir schnell, dass hier eine Menge Potenzial liegengelassen wird. Wie können wir das im Alltag besser nutzen? Dazu kommen wir im Nächsten Teil der Reihe.


Lukas

Hi, ich bin Lukas! Sprachen und Sport sind meine beiden größten Hobbies. Gesund und lange zu leben hat oberste Priorität.

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