Energie für unseren Körper

Von den drei Makronährstoffen Fette, Proteine und Kohlenhydrate sind letztere eine reine Energiequelle und nicht an Aufbau- und Entwicklungsprozessen beteiligt. Das bedeutet demnach, dass Kohlenhydrate für unseren Körper nicht essentiell (=lebensnotwendig) sind und wir auf sie verzichten können – dennoch stellen sie den Makronährstoff dar, den wir am häufigsten verzehren. Der Grund: Sie liefern schnell und unkompliziert Energie, ein riesiger Vorteil für einen hungrigen Jäger.

Ernährungskreis vs. Studienlage

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihrem Ernährungskreis, einen hohen Anteil an stark kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln zu sich zu nehmen: Getreideprodukte und Kartoffeln sind am stärksten vertreten, gefolgt von Gemüse (ja, auch Gemüse ist ein Kohlenhydratlieferant, aber mit vielen entscheidenden Vorteilen) und Obst. Erst danach folgen proteinhaltige Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Öle.

Der Ernährungskreis der DGE

Für den Verzehr möglichst vieler Kohlenhydrate gibt es keine solide wissenschaftliche Basis! Im Gegenteil zeigen Studien, dass große Mengen bestimmter Kohlenhydrate (Kartoffeln, weißer Reis, Zucker) unserer Gesundheit schaden. Besonders bei der modernen Lebensweise, die mit einem niedrigen Kalorienumsatz daherkommt und den Energiegehalt der Kohlenhydrate vermeiden muss.

Qualität vor Quantität

Jeder weiß heute, dass einfacher Zucker ungesund ist. Das Wissen darüber hindert uns jedoch nicht, ihn in riesigen Mengen zu verzehren und uns damit zu schaden. Dabei hat gerade die Art der Kohlenhydrate, die wir zu uns nehmen, einen viel größeren Einfluss auf unsere Gesundheit als die Menge.

Einfacher Zucker, besonders in flüssiger Form wie in Cola & Co, aber auch in Fruchtsäften, taugt in keinster Weise für unsere Gesundheit und sollte – um das mal ganz plakativ auszudrücken – komplett vermieden werden*.

Ein hoher Konsum an Fructose– und Glucose-Gemischen führt zu einer Verfettung der Leber, Insulinresistenz und zu Übergewicht: Kohlenhydrate werden damit zu dem wesentlichen (Ernährungs-)Faktor, der für die massenhafte moderne Fettleibigkeit sorgt.

Cola: Sieht erfrischend aus, belastet unseren Körper aber maximal.

Viel Energie, wenig Nährstoffe

Viel Energie liefern Kohlenhydrate eigentlich nicht: Mit ca. 4 kcal/ Gramm enthalten sie genau so viel Energie wie Proteine und weniger als die Hälfte im Vergleich zu Fetten (mit 9 kcal/ Gramm). Betrachtet man aber die Menge an Kohlenhydraten, die wir zu uns nehmen, sind sie meistens eben doch unser Hauptenergielieferant. Gleichzeitig enthalten kohlenhydrathaltige Lebensmittel wenig Nährstoffe, die uns und unserer Gesundheit nutzen können.

Durch die schnelle Verfügbarkeit – besonders von verarbeiteten Lebensmitteln – setzen wir unseren Körper starken Blutzucker- und Insulinspitzen aus. Sie überfordern unsere Leber, verursachen starke Fetteinlagerung und führen zu Insulinresistenz. Diese hindert uns am Abnehmen und sorgt langfristig für Diabetes Typ II, eine Krankheit, die vor einigen Jahren noch fast völlig unbekannt war.

Eine gesunde Auswahl

Niemand soll Kohlenhydrate aus seinem Leben streichen: Das wäre furchtbar anstrengend und ruiniert die Lebensqualität. Wir empfehlen, a) auf die richtigen Kohlenhydrate zu setzen und b) den Anteil an Kohlenhydraten in Maßen zu halten.

Kohlenhydrate 1. Klasse sind Obst (nur selten als Saft oder Smoothie bitte, siehe unten), Haferflocken, Vollkornbrot und Vollkornnudeln. Besonders wertvoll sind Hülsenfrüchte, da sie zusätzlich pflanzliches Protein liefern. Hier darfst du zuschlagen!

Blaubeeren: Kohlenhydrat- und Nährstofflieferant 1. Klasse

Kohlenhydrate 2. Klasse sind Sauerteigbrot und weiße Nudeln. Diese Lebensmittel darfst du regelmäßig essen.

Kohlenhydrate 3. Klasse sind Kartoffeln und Fruchtsäfte, Reis und Weißbrot. Hier empfehlen wir den nur seltenen Verzehr.

Kohlenhydrate 4. Klasse sind Pommes, Gebäck, Süßigkeiten und Softdrinks. Sie schädigen unseren Organismus und sollten wirklich selten in deinem Speiseplan auftauchen.

*Wie ihr wisst, halten wir nichts von absolutem Verzicht: Er sorgt dafür, dass eine gesunde Lebensweise anstrengend wird und wir sie nicht dauerhaft durchhalten. Außerdem kann ein Glas Apfelschorle bei einer intensiven Ausdauereinheit Wunder wirken, da es wirklich schnell Energie liefert.


Daniel

Hallo, ich bin Daniel Brückner. Zusammen mit Timon und Lukas arbeite ich an unserem EvoLife-Konzept. Unser Ziel? Gesund alt zu werden! Wir untersuchen, woran unser Körper sich im Laufe der Evolution angepasst hat und was wir tun müssen, um mit unserem Steinzeit-Körper gesund in der modernen Welt zu leben.

2 Kommentare

Fette: Besser als ihr Ruf » EvoLife · 8. Juni 2019 um 20:29

[…] Fett macht fett. Ein logischer Satz, der sogar eine gewisse Portion Wahrheit enthält. Denn Fette haben mit 9 kcal/g mehr als doppelt soviel Energie wie Proteine und Kohlenhydrate. […]

Mach die Beilage zum Hauptgericht | EvoLife · 25. September 2019 um 18:25

[…] Kartoffeln und Reis nur bedingt empfehlenswert sind (Wer das noch nicht weiß, liest bitte unseren Beitrag über Kohlenhydrate), sollte das oben erwähnte „Portiönchen“ Gemüse die Hauptmahlzeit bilden. Die […]

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