Motoren für unser Wachstum

Unsere Nahrung besteht aus den drei Makro-Nährstoffen Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Die Proteine nehmen dabei eine besondere Rolle ein, da sie nicht nur als Energieträger fungieren, sondern auch als strukturelle Baustoffe. Diese Doppelrolle macht das Protein so wichtig: Energie können wir aus allen drei Makro-Nährstoffen gewinnen, Aufbau und Wachstum gelingen nur über das Eiweiß.

Die gute Seite: Proteine sind Schlankmacher

Dem Menschen ging es schon immer darum, jeden Tag genug Energie zu sich nehmen, um zu überleben und sich zu vermehren. Neben dem Energie- ist jedoch der Eiweißbedarf entscheidend und dieser zieht ein interessantes Phänomen nach sich: Sobald wir (für andere Tiere gilt das übrigens auch) unseren Proteinbedarf gedeckt haben, hören wir tendenziell auf zu essen.

Dieser Eiweißeffekt hilft uns beim Abnehmen, stellt uns heute jedoch vor eine besondere Herausforderung: Unsere Nahrung enthält nämlich häufig viel zu wenig Protein!

Unsere Lebensmittel werden immer häufiger mit Zucker und Fett angereichert: Wir essen lieber Wurst statt Steak, Zuchtfisch statt Wildlachs oder gezuckerten Joghurt statt Naturjoghurt. Wer jedoch bei jeder Mahlzeit unverarbeitete, proteinreiche Lebensmittel zu sich nimmt, wird – unabhängig vom Kaloriengehalt – schneller satt.

Die Kehrseite der Medaille: Proteine lassen uns altern

Proteine sind essenziell für das Wachstum unseres Körpers, wirken aber auch entscheidend auf das Altern unserer Zellen ein. Pauschal gesagt: Wer mehr Protein zu sich nimmt, der altert schneller.

Fassen wir beide Aussagen zusammen, finden wir uns in einer Zwickmühle wieder: Ich soll mehr Protein essen, um schlank zu werden (oder zu bleiben), werde aber gleichzeitig schneller altern?! So ist es tatsächlich, aber zum Glück gibt es einen Ausweg: Und der liegt in der Wahl des Proteins.

Atkins macht schlank. Und alt.

Die Atkins-Diät ist berühmt für ihren hohen Proteingehalt und eine der wenigen Diätformen, die tatsächlich bei relativ vielen Anwendern zu dauerhaftem Erfolg beim Abnehmen geführt hat. Gesundheitlich ist diese Ernährungsform jedoch fragwürdig, da sie einen hohen Fleischkonsum – inklusive verarbeiteten Produkten wie Wurst und Schinken – beinhaltet.

Studien zeigen, dass diejenigen am längsten gesund leben, die sich proteinreich ernähren, aber tierisches Eiweiß nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Das geringste Sterblichkeitsrisiko haben Pescetarier, die sich nur selten von Fleisch, regelmäßig von Fisch und unbeschränkt von Eiern und Milchprodukten ernähren.

Welche Proteine sind die richtigen?

Die besten Proteinquellen sind pflanzlich. Leinsamen, Nüsse, Pilze, Linsen, Bohnen und Kichererbsen sollten täglich in deiner Lebensmittelauswahl auftauchen.
Weitere gute Proteinquellen sind fermentierte Milchprodukte, also Joghurt und Quark. Fisch zählt ebenfalls zu den gesunden Proteinspendern.

Die oben genannte Auswahl ergänzt du am besten um (Bio-)Geflügel, Käse und Eier. Diese Produkte solltest du nicht in rauen Mengen zu dir nehmen, die Empfehlung für Eier liegt beispielsweise bei einem Ei pro Tag.

Schon nicht mehr positiv für deine Gesundheit, aber in geringen Mengen völlig unproblematisch sind Milch, Wildfleisch oder Weiderind. Wer auf sein Steak nicht verzichten möchte, gönnt sich gerne einmal im Monat ein richtig gutes Stück vom grasgefütterten Weiderind – für den täglichen Verzehr ist es aufgrund der Altersförderung nicht geeignet.

Proteinquellen, auf die du verzichten solltest, sind verarbeitetes Fleisch, frittierter Fisch, Schinken und Wurst. Diese Quellen sind oft proteinverdünnt, aus Massentierhaltung und wirken durch den hohen Anteil tierischen Eiweißes altersfördernd.


Daniel

Hallo, ich bin Daniel Brückner. Zusammen mit Timon und Lukas arbeite ich an unserem EvoLife-Konzept. Unser Ziel? Gesund alt zu werden! Wir untersuchen, woran unser Körper sich im Laufe der Evolution angepasst hat und was wir tun müssen, um mit unserem Steinzeit-Körper gesund in der modernen Welt zu leben.

5 Kommentare

Warum nicht einfach Paleo? » EvoLife · 6. Mai 2019 um 11:28

[…] die Paleo-Ernährung dann, wenn ein Massenkonsum an Fleisch stattfindet (Lies dazu unseren letzten Beitrag). Ein weiterer Nachteil einer strengen Paleo-Diät: Sie ist nur schwer in den modernen Alltag zu […]

Kohlenhydrate: Häufig verzehrt und so verzichtbar » EvoLife · 15. Mai 2019 um 7:28

[…] den drei Makronährstoffen Fette, Proteine und Kohlenhydrate sind letztere eine reine Energiequelle und nicht an Aufbau- und […]

Fette: Besser als ihr Ruf » EvoLife · 8. Juni 2019 um 20:28

[…] Portion Wahrheit enthält. Denn Fette haben mit 9 kcal/g mehr als doppelt soviel Energie wie Proteine und […]

Fasten: Dem Körper etwas Hunger gönnen » EvoLife · 19. Juni 2019 um 9:46

[…] starke Muskeln, aber auch für das schnelle Altern unserer Zellen sorgen (das hatten wir bei den Proteinen schon mal…). Gibt man dem Körper keine Gelegenheit zur sogenannten Autophagie, einer Art […]

Proteine für mehr Toleranz | EvoLife · 23. September 2019 um 20:11

[…] wir im Beitrag über Proteine erfahren haben, ist deren Aufnahme essenziell für Sättigung und Wachstum. Nicht verwunderlich […]

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